Fundstück

Loading...

Sonntag, November 13, 2011

Freitag, Mai 14, 2010

Sex, Crime and Halleluja

Wer behauptet, die Kirchen seien nicht im 21. Jahrhundert angekommen, irrt. Vielmehr haben sie erkannt, wie man wieder ins Gespräch kommt. Nach der Kuschel-World-Tour des Papstes folgt nun die Imagekorrektur nach unten: Bad publicity is better than no publicity!
In München findet nun das Oktoberfest des Glaubens statt (auf der Theresienwiese) mit weniger Bier, dafür mehr Weihrauch, ohne DJ Ötzi, aber mit Margot Käßmann, mit weniger Sex, dafür ohne Kondom. Oder wie Funny van Dannen sagt: Mit Fanta und mit Butterkeks.

Samstag, Januar 16, 2010

Work is a four-letter-word!

Leute, die ihre Arbeit stets sofort erledigen, haben nur nicht genug Mut, in der letzen Minute fertig zu werden.

Donnerstag, Juli 16, 2009

Zu spät

Die Wirkung von Kaffee setzt leider erst ein, nachdem man ihn getrunken hat. Das ist insofern von Nachteil, da der gefährlichste Teil des Morgens seine Zubereitung ist, die volle Aufmerksamkeit und Konzentration erfordert.
Gelernt habe ich, dass Brotzeitbrettl aus Plastik zwar jedem scharfen Messer widerstehen, nicht aber meiner kleinen Espressomaschine. Die Welt steht buchstäblich Kopf.

Dienstag, Juli 07, 2009

Biowetter


Kaum einer stöhnt nicht: Der Wechsel zwischen schwüler Hitze und kühlenden Gewitter belastet den KREISlauf kräftig.

Montag, Mai 11, 2009

So wird es also...

"Wenn einer in sein dreißigstes Jahr geht, wird man nicht aufhören, ihn jung zu nennen. Er selber aber, obgleich er keine Veränderungen an sich entdecken kann, wird unsicher; ihm ist, als stünde es ihm nicht mehr zu, sich für jung auszugeben. Und eines Morgens wacht er auf, an einem Tag, den er vergessen wird, und liegt da, ohne sich erheben zu können, getroffen von harten Lichtstrahlen und entblößt jeder Waffe und jeden Muts für den neunen Tag. Wenn er die Augen schließt, um sich zu schützen, sinkt er zurück und treibt ab in eine Ohnmacht, mitsamt jedem gelebten Augenblick. Er sinkt und sinkt, und der Schrei wird nicht laut (auch er ihm genommen, alles ihm genommen!), und er stürzt hinunter ins Bodenlose, bis ihm die Sinne schwinden, bis alles aufgelöst, ausgelöscht und vernichtet ist, was er zu sein glaubte. Wenn er das Bewusstsein wieder gewinnt, sich zitternd besinnt und wieder Gestalt wird, zur Person, die in Kürze aufstehen und in den Tag hinaus mus, entdeckt er in sich aber eine wundersame neue Fähigkeit. Die Fähigkeit, sich zu erinnern. Er erinnert sich nicht wie bisher, unverhofft oder weil er es wünschte, an dies oder jenes, sondern mit einem schmerzhaften Zwang an alle seine Jahre, flächige und tiefe, und an alle Orte, die er eingenommen hat in den Jahren. Er wirft das Netz Erinnerung aus, wirft es über sich und zieht sich selbst, Erbeuter und Beute in einem, über die Zeitschwelle, die Ortschwelle, um zu sehen, wer er war und wer er geworden ist..."
(Ingeborg Bachmann, Das dreißigste Jahr, S. 17, München 2008)